Schnellkomposter rund

Jemand hat mit mal vor einigen Jahren gesagt:

Schnellen Kompost stelle ich zu Hause in Eimern mit Deckel her. Wenn die voll sind, wird sie gut verschlossen, und der Inhalt wird durch die bei der Verrottung entstehende Hitze ganz schnell zu gutem Kompost„.

Ich habe ihm nie bei der Arbeit zugesehen, aber schon damals kein Wort geglaubt. Zum Herstellen von Kompost gehört die Hitze, das ist schon richtig. Aber auch eine ordentliche Durchlüftung ist notwendig: Sonst gärt der Inhalt nur so vor sich hin, entwickelt üble Gerüche und es entsteht letztendlich Jauche mit Bodensatz: Kann man auch zum Düngen verwenden, aber nie als Kompost. Und diesen Geruch möchte ich auch auf gar keinen Fall in meinem Garten haben.

Moderne Schnellkomposter

Damals gab es noch nicht solch eine große Auswahl an Schnellkompostern (oder auch Thermokomposter, wie sie oft genannt werden) zu kaufen. Wäre früher auch nicht wirklich in meinem Interesse: Ich war jung, und hatte Zeit! Also wurde im Garten ein Komposthaufen angelegt, so richtig mit einem Dreikammer – System, und ich hatte fast jederzeit guten Kompost zur Verfügung.

Jahre später waren dann fast alle Obstbäume im Garten an ihr Lebensende angekommen und kaum neue gepflanzt worden. Folglich fiel auch nicht mehr so viel Laub, Holzschnitt und Fallobst an – der Komposthaufen wurde kaum noch wirklich voll.

Also wurde vermehrt der Abfall aus der Küche auf dem Komposthaufen entsorgt, mit dem Ergebnis, daß sich auch einige hungrige Gäste einstellten. Aber Komposterde wollte ich auf jeden Fall selber herstellen (unter anderem für die Blumenrabatte und Kübel, aber auch für Gemüsebeete). Da fiel mir wieder die Geschichte von den „Komposteimern“ ein, und ich war geneigt, mir einen Schnellkomposter zu zulegen.

Schnell- oder Thermokomposter

Nun werden diese beiden Begriffe leider oft durcheinander gebracht. Denn es handelt sich, genau genommen, um zwei unterschiedliche Systeme. Während der Schnellkomposter wirklich nur eine eckige oder runde Kunststofftonne ist, besteht der Thermokomposter im Innern aus doppelten Wänden und sogar Kanälen, mit denen die Luft an die erforderlichen Stellen geleitet wird. Natürlich ist er deshalb auch wesentlich teurer als ein innen leerer, einwandiger Schnellkomposter.

Ich habe beide Systeme bei mir im Garten im Einsatz. Und ich habe festgestellt: Wenn man wirklich gute Komposterde herstellen möchte, und diese aus dem Komposter ohne Weiterverarbeitung verwendet werden soll, ist der teurere Thermokomposter die beste Wahl.

Runde Schnellkomposter

Schnellkomposter rund

Runder Schnellkomposter
Bildquelle: Graf/Amazon

Einen runden Schnellkomposter habe ich bis heute noch in Betrieb. Das war ein ganz preisgünstiges Modell: mit einem Deckel, aber keinen Boden. Da er nach oben hin schmaler wurde, konnte man ihn richtig schön voll machen, eine Weile arbeiten lassen und dann einfach den ganzen Schnellkomposter nach oben abziehen. Durch die runde Form ging das viel einfacher als bei einem eckigem Schnellkomposter.

Übrig blieb ein Haufen, der allerdings nicht  meinen Ansprüchen an einen guten Kompost standhielt. Gut, das Material war soweit verrottet, daß Tiere kein Interesse mehr hatten. Aber als Komposterde war dieses teilweise noch dickflüssige Material nicht zu gebrauchen.

Aber ich habe ja noch meine Komposthaufen! Da diese hin und wieder umgesetzt werden müssen, habe ich bei dieser Gelegenheit einfach das noch unfertige Material von den runden Schnellkomposter mit untergearbeitet.

Das Ergebnis war dann nach ein paar Wochen eine wirklich sehr starke Komposterde, die gleichzeitig als natürlicher Dünger bei meinen Gemüsebeeten wirkte.

Für die Anzucht von jungen Pflanzen würde ich diesen Kompost allerdings nicht empfehlen, dafür ist er zu scharf. Aber als Dünger für Bäume, Blumen und eben Gemüse finde ich diesen Kompost mit Unterstützung meines runden Schnellkomposters einfach ideal!